Romulus der Große

(Friedrich Dürrenmatt)

Aus der Pressemitteilung:

Aufstehen, das Morgenessen zu sich nehmen, nach den Hühnern schauen, hier und da eine kurze nichtssagende Proklamation an das Volk verfassen, Mittagessen, ausgiebig ruhen, irgendjemanden zum Retter des Vaterlandes schlagen, der Tochter beim dramatischen Unterricht lauschen, die Ehefrau beruhigen, ein Huhn schlachten lassen, Abendessen und dann noch ein wenig aus dem Catull rezitieren Der Tag des letzten römischen Kaisers ist schon anstrengend genug, ohne dass sich die Germanen anschicken, das mächtige römische Imperium in die Knie zwingen zu wollen. Aber was soll man machen, wenn es diesem Germanenfürsten Odoaker und seinem, nach einem Helden trachtenden Volke zu eng in ihrem Germanien wird? Dann muss man auch als Kaiser aufstehen, das Morgenessen zu sich nehmen, nach den Hühnern schauen

Wir schreiben das Jahr 476: Italien wird von den Germanen überrannt. Das römische Reich, in Person seines wahrscheinlich letzten Kaisers Romulus (Stephan Matos Camacho), wehrt sich tapfer. Nun ja, sein Kriegsminister Mares (Alexander Scheer) bietet seine letzten Mannen verzweifelt auf, der Innenminister Tullius Rotundus (David Krieg) konzipiert den Widerstand und möglichen Wiederaufbau des Reiches aus sicherer Entfernung, der Präfekt Spurius Titus Mamma (Jan Mücke) eilt mit der schrecklichen Botschaft des Falls von Pavia zum Kaiser, ein Held (Friedrich Sulk als Ämilian) kehrt nach drei langen Jahren aus germanischer Gefangenschaft zurück und ein Textilunternehmer namens Cäsar Rupf (Christian Schmidt) lehnt die Fusion Roms mit seiner Weltfirma "Rupf" ab. Doch was macht der Kaiser in seiner Villa in Campanien? Er streitet mit seiner Frau Julia (Katrina Steindor), bietet seinem geflohenen kaiserlichen Bruder Zeno der Isaurier (Paul Hahn) Unterschlupf und verhökert die großen Kunstwerke der römischen Kultur an dahergelaufene Antiquitätenhändler (Volkmar Wörner)...

Im neusten Stück der Theatergruppe "ACademic Theatre", der Theater AG des Studentenrates der TU Bergakademie Freiberg, ist mal wieder alles anders, als es den Anschein erweckt. Und das liegt ausnahmsweise mal nicht an dem aus Studenten und Mitarbeitern der TU bunt zusammengewürfelten Ensemble, sondern an der gewohnt unterhaltsamen und zuweilen auch bissigen Art Friedrich Dürrenmatts, seine Helden auf der Bühne agieren zu lassen. Nicht umsonst untertitelt er sein Stück mit den Worten "ungeschichtlich historische Komödie". Skurrile Figuren, überraschende Wendungen und humorvolle Hintersinnigkeiten sind also garantiert.

Für die akademischen Schauspieler ist es nach den letztjährigen "Physikern" bereits das zweite Dürrenmatt-Stück, an dem sie sich versuchen. Ausgestattet mit dem stetig wachsenden Zuspruch der vergangenen Jahre und der jugendlichen Leichtsinnigkeit ihrer frischen Verstärkung, haben sie es sich zum Ziel gesetzt, mit ihren Aufführungen der Fußball-Europameisterschaft, dem Bergstadtfest und dem sommerlichen Wetter zu trotzen, um am 24. Juni 2008 die Alte Mensa zum Bersten zu bringen, sowie am 29. Juni 2008 in der zweiten und letzten Aufführung die BiB, die kleine Bühne in der Borngasse, bis auf den letzten Platz zu füllen. Beide Auftritte beginnen jeweils um 20 Uhr.

Darsteller

Romulus und Julia
Julia:
Katrina Steindor
Romulus:
Stephan Matos Camacho
Tullius Rotundus
Tullius Rotundus:
David Krieg
Mares
Mares:
Alexander Scheer
Ämilian
Ämilian:
Friedrich Sulk
Rea
Rea:
Thu Trang Nguyen
Phosphoridos und Zeno
Phosphoridos:
Katrin Brömer
Zeno:
Paul Hahn
Achilles
Achilles:
Kathrin Niemietz
Spurius Titus Mamma
Spurius Titus Mamma:
Jan Mücke
Phylax
Phylax:
Diana Jacobi
Cäsar Rupf
Cäsar Rupf:
Christian Schmidt
Apollyon
Apollyon:
Volkmar Wörner (rechts)

Vielen Dank für ihre Hilfe geht außerdem an: Sandy Boehnert als Souffleuse, Sebastian Lohse am Licht und Maria Milde für die künstlerische Gestaltung.

Ensemble
Ensemble
traute Redseeligkeit
traute Redseeligkeit